Montag, 21. Februar 2011

Trauer



Hallo ihr Lieben,

sicher habt ihr euch gewundert, warum ich mich so lange hier nicht gemeldet habe. Das lag zum einen daran, dass ich mit Schatzi im Urlaub war (Bericht folgt) und zum anderen daran, dass meine liebe Oma gestorben ist. Sie ist stolze 86 Jahre alt geworden und ich bin sehr dankbar und sehr froh, dass ich das Glück habe, so lange eine Oma gehabt zu haben.

Oma war eine Oma, wie ich mir keine bessere hätte wünschen können. Sie hat mich und den Rest der Familie immer bedingungslos geliebt. Familie stand ganz klar an erster Stelle und danach kam lange nichts. Viel zu selten hat sie an sich gedacht. Immer war sie für andere da, hat bis zum Schluss ihren Mann gepflegt.

Ende letzten Jahres kam dann der Krebs. Zwar hat sie sich nach einer OP noch gut erholt, aber letztlich war der Krebs stärker. Ich bin froh, dass sie nicht lange leiden musste und ich bin unendlich dankbar, dass ich sie vor meinem Urlaub noch einmal besucht habe und wir viel Zeit verbringen konnten. Ich konnte ihr ein paar Dinge sagen, die mir wichtig waren und auch sie hat mir ein paar Dinge gesagt, die mich sehr bewegt haben.

Seit ihrem Tod habe ich viel an die schönen Erlebnisse mit ihr gedacht. Ferien, Familienfeiern, Gespräche und Urlaube. Wenn ich als Kind dort war, durfte ich immer in Opas Bett neben ihr schlafen. Trotzde ihres schnarchens fand ich das wundervoll. Vor dem schlafen gehen haben wir immer noch ein bisschen getobt. Ich erinnere mich an Besuche im Wildpark, an Butterfahrten, an Pudding kochen und so unglaublich viele Sachen mehr.

Oma wurde in Danzig geboren, wuchs dort auf und bekam als sehr junge Frau den Beginn des 2. Weltkries und seine Härte direkt vor der Haustür zu spüren. Was sie dort erleben musste, bis sie schließlich nach Kriegsende mit Ihren Eltern nach Lübeck floh, hat sie nie wirklich verarbeiten können. Erstaunlich, dass sie trotzdem so ein liebevoller Mensch geblieben ist. Eine starke Frau auf ihre ganz eigene Art.

Meine Oma war 64 Jahre verheiratet, hat drei Kinder groß gezogen, war Oma, Uroma und Ururoma.

Wenn ich auch weiß, dass ein Leben irgendwann auf dieser Ebene endet, wenn ich auch weiß, dass alles "gut" ist, was passiert, so bin ich doch unendlich traurig. Oma, ich habe dich sehr geliebt und ich werde dich immer in meinem Herzen tragen. Danke, dass es dich gegeben hat!

Meine Gedanken sind derzeit nicht nur bei Oma, meiner Mutter und ihren Geschwistern, sondern auch bei meinem Opa. Auch bei ihm wurde Krebs festgestellt - an der gleichen Stelle, wie bei Oma. Er liegt im Krankenhaus, konnte nichtmal zur Beerdigung kommen und wird von Tag zu Tag schwächer. Leider ist er geistig schon auf einer anderen Ebene, redet - von außen betrachtet - wirre Dinge. Donnerstag soll er operiert werden (muss leider sein, da ein Darmverschluss droht). Ich bete, dass er das nicht mehr durchmachen muss und vorher von uns geht.

Eine bewegende Zeit ...

Danke!

Kommentare:

hyggelig hat gesagt…

wunderschöne Worte... starke Gefühle..

Faraday hat gesagt…

Viel Kraft für diese Zeit...und eine gute Reise deinem Opa, wo immer er auch hin geht.

Anonym hat gesagt…

Deine Worte haben mich sehr bewegt. Auch ich hoffe für Deinen Opa, dass er friedlich einschlafen kann, ohne eine große Operation.

Es freut mich zu hören, dass Ihr eine schöne Zeit in Dänemark hattet.

Alles Liebe
von Sigi