Donnerstag, 31. März 2011

Wieder ein Nachruf

Nun ist auch noch mein Opa gestorben. Wie ich bereits geschrieben habe, hatte er den gleichen Krebs wie meine Oma und auch er war zum Schluss sehr schwach. Leider war er auch nur noch selten ansprechbar, die meiste Zeit verbrachte er schlafend oder er war verwirrt. Auch für ihn war der Tod letztlich also eine Erlösung.

Nun wird sich vieles ändern. Das vertraute Zuhause von Oma und Opa - für mich ein Stück Heimatgefühl (ich kann das grad schwer beschreiben) wird es bald in dieser Form nicht mehr geben. Sie selbst füllten es mit Leben und mit ihnen gehen nun Gerüche, Gefühle, Gegenstände und viel Vertrautheit aus der Kindheit. Vieles in meinem Leben hat sich stark verändert - das Haus meiner Großeltern ist seit meiner Kindheit nahezu unverändert geblieben.

Wenn ich an meinen Opa denke, gibt es da immer zwei Seiten, die ich in ihm gesehen habe. Einerseits war er sehr konservativ, sehr stur und manchmal (auch Oma gegenüber) einfach unfair und launisch. Es war - besonders für Oma - oft nicht leicht, mit ihm umzugehen.

Aber da gab es auch die andere Seite. Einen Mann, der gerne kochte (was in dieser Generation nun wirklich nicht üblich war). Ich erinnere mich an viele leckere Familienfeiern, für die er das Essen zubereitet hat. Wenn ich in den Ferien bei meinen Großeltern war, ist er immer aufs Sofa ausgewichen, damit ich bei Oma schlafen konnte. Er machte mit mir viele Ausflüge und ich wurde immer irgendwie "bespaßt".



Vor Augen bleiben mir auch die Bilder von Familienfesten in der Möllner "Till-Gaststätte", wo alle großen Feste gefeiert wurde. Gab es Tanz, tanzte er auch immer einen Tanz mit seinem Cousin - sehr zur Belustigung der Gesellschaft. Tanzte er mit Frauen, verschwanden ihre zarten Hände meist in den großen Händen meines Opas, er hatte da so einen speziellen Griff.

Als meine Großeltern Diamantene Hochzeit hatten, kaufte er neue Eheringe - die bisherigen waren halt typische "Nachkriegsringe" und schon etwas dünn geworden. Ich fand das irgendwie romantisch.
Trotz aller Schwierigkeiten, die meine Großeltern miteinander hatten, glaube ich trotzdem, dass sie sehr eng verbunden waren. Nun sind sie wieder zusammen und werden hoffentlich gemeinsam ihren Frieden finden. Mein Opa bekommt seine gewünschte Seebestattung - ich bin sehr gespannt, wie das abläuft.




In meinem Herzen und meiner Erinnerung werden sie - wie auch meine anderen Großeltern - immer einen besonderen Platz haben. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich so lange Großeltern haben durfte.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Das hast Du wieder sehr schön geschrieben.
Gruß - Sigi